Ich habe mich das natürlich schon oft durch den Kopf gehen lassen und kann jetzt ganz sicher und mit größtem Stolz sagen "Ich habe keine Ahnung". Na klar, ich weiß hundertprozentig was ich ein-zwei Jahre lang machen will, aber danach?
Ich weiß es nicht! Und das stört mich gerade auch überhaupt nicht. Ich bin einfach froh darüber, mich auf die Zeit nach der Schule freuen zu können. Wie so viele andere bestimmt auch, will ich sofort los nach dem ich mein Zeugnis erhalten habe. Mein größter Wunsch ist es, nach Südostasien zu gehen. Ich will einfach meinen gepackten Rucksack nehmen, allem was ich bisher kennengelernt habe Tschüss sagen und weg gehen! Als erstes will ich wohl nach Vietnam, dann nach Kambodscha und so weiter. Ich will es kennenlernen, selbstständig zu sein, unter Umständen, unter denen man nicht aufgewachsen ist! Ich bin so froh, dass ich die Gedanken daran habe... stellt es euch doch einfach mal vor!
Ihr wart zwölf ganz Jahre eures Lebens in ein zwanghaftes System namens "Schule" eingesperrt und habt nun endlich das, worauf es jedem ankommt. Die Freiheit das zu tun was man will, ohne das man sich das Leben versaut... "Also ohne Abitur rumzulaufen"...
Ihr kommt also aus dem Gebäude, euer Abiturzeugnis in der Hand, mit dem Wissen, ihr müsst hier nie nie wieder zurückkehren... Ihr geht nach Hause, nehmt eure Sachen, verabschiedet euch von allen, und geht... ihr fangt euer alleiniges, selbstständiges freies Leben an. Ihr geht um euch selbst zu finden, euch kennenzulernen!
Ich habe mich mal mit jemandem unterhalten, der sich aufgeregt hat darüber, dass ich meinte, ich möchte während meiner Reise allein sein, ich möchte nicht meine Familie treffen oder meine Freunde, (natürlich werde ich alle sehr sehr vermissen, aber darum geht es irgendwie ja auch) ich meinte, dass ich mich selbst kennenlernen will, und dass das nicht geht, wenn die ganze Zeit meine Familie um mich herum ist. Daraufhin meinte die Person, dass man doch nicht man selbst sei, ohne seine Familie, das ginge doch garnicht.
Ich war sehr schockiert! Wollte diese Person mir damit weis machen, dass man keine Person ist, ohne seine Familie? Ich stellte mir dann all die Menschen vor, die alle verloren haben, sind sie nun kein Mensch mehr? Diese Fragen gab ich der Person dann mit und ging.
Also ich denke, Familie ist sehr sehr wichtig! Aber das heißt nicht, das ihr euch selbst nicht ohne sie entwickeln könnt! Ihr müsst euch die Zeit nehmen euch, euch ganz allein, ohne andere kennenzulernen! Ich hoffe, dass sich jeder irgendwann einmal die Zeit dazu nehmt! Freunde und Familie sind wichtig, aber ihr müsst auch allein sein können und mit euch selbst klarkommen müssen.
Ich freue mich sehr, auf meine Zeit, die Realität, die Reise nach dem Ende eines Systems von Unterdrückung!
Bis bald!
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