Hallihallo!
Wenn mir früher gesagt worden ist, dass die Zeit irgendwann anfängt zu fliegen, hatte ich nie angenommen, dass sich das für mich auch mal so anfühlen würde.
Aber hier bin ich.
Mittlerweile fertig mit der Schule, das Abitur bereits seit einem Jahr in der Tasche und meine lang ersehnte, sehnsüchtig erwartete Reise um die Welt, eher 1/3, ist auch schon wieder einige Monate her.
Der Traum des plötzlichen Moments der Erleuchtung ist bereits geplatzt und so schwebe ich umher, ohne richtigen Plan, ohne einen nahen Traum.
Während der Schulzeit gab es eine Aufgabe, etwas, bei dem man zumindest von der Anwesenheitspflicht her gefordert worden ist und dass einem irgendwie einen Plan gegeben hat. Auch der nächste Traum war irgendwie zum Greifen... nur noch eine gewisse Anzahl an Jahren/Monaten/Tagen und ich konnte meinen Rucksack nehmen und alles hinter mir lassen! Gedanken an das Später, die "Zukunft" habe ich nicht viel verschwendet... irgendwann würde das schon kommen, dachte ich.
Ohne die Schuld, wenn man es denn so nennen kann, woanders suchen zu wollen und beschönigen zu wollen, dass vieles aus meiner Starre und teilweise auch Unfähigkeit geschehen ist, möchte ich trotzdem ansprechen, dass in unserem System der grundlegenden Bildung, dem Gymnasium einiges eher spartanisch ausgeprägt ist.
So gab es an meiner Schule nie wirklich die Diskussion, die Beratung zum Thema "Zukunft"... alles was zählte und im Mittelpunkt stand, war das Abitur. Aber uns zu helfen, die Frage zu beantworten, was wir denn danach mit unserem Leben, welches, wenn ich das mal kurz erwähnen darf, im Allgemeinen noch 60 bis 70 Jahre umfassen wird, anstellen.
Naja. So bi ich momentan am umherwandern, erfühlen und ertasten, welche Richtung mein Leben einschlagen könnte.
Den Gedanken, die Gefühle weitestgehend zu verdrängen, dass all dies ein Dahinleben ist, ein Warten auf dass, was erträumt und ersehnt wird. Nicht den Wunsch zu verspüren, einen Zeitsprung von mindestens 10 Jahren zu machen und dort und so zu erwachen, wie man es sich träumt.
Macht`s gut!
Oh Gott so eine Erleichterung, die ersten Wochen der 11. Klasse neigen sich nun endlich sehr deutlich dem Ende zu. Nur noch 2 Tage, und dann haben wir es geschafft!! Ich kann zwar nicht sagen, dass diese zwei Tage bei mir ganz entspannt sind, ich schreiben morgen einen Englischtest, einen Geografietest und am Freitag einen Spanischtest und einen Mathetest, aber ich freue mich trotzdem so unglaublich!!!!!!!
Ich fliege gleich am Freitag los, zu meinem Vater. Da freu ich mich sehr darauf. Es nicht mal unbedingt das Ziel, weshalb ich mich so sehr freue. Es ist einfach schon die Tatsache, dass ich gleich aus der Schule zum Flughafen kann und mir sofort bewusst ist "ES SIND FERIEN".... ich liebe es einfach, diese kack Stadt hinter mir zu lassen und mal, wenn auch nur kurz, woanders zu sein! Das ist so eine große Freude, dass ich mich garnicht so über die Tests ärgern kann!!
Nach all diesem Gelaber habe ich irgendwie den Grund vergessen, warum ich angefangen haben zu schreiben... aber naja
Ich habe euch beim letzten mal davon erzählt, woran ihr denken müsst um diese endlose Zeit zu überstehen... ich brauche jetzt die Zeit dieser Ferien, mich wieder an all das zu erinnern und daran zu denken, warum ich das alles machen will. Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, der Lehrer hat keine Ahnung wovon er spricht, oder sein Fach ist das einzige, wo er überhaupt etwas weiß?
Mir fällt es einfach so schwer, vor solchen Menschen Respekt zu haben. Es klingt jetzt eingebildet, dessen bin ich mir sehr bewusst, aber wenn man sich intelligenter fühlt als die Person die da vor dir steht und dir was für dein Leben beibringen will, ist das einfach so traurig.
Insgesamt... lasst uns mal über den Beruf des Lehrers sprechen. Ich hasse schon meine Generation, das Schulsystem und insgesamt das ganze System dieser Welt, wo alle versuchen, dich in eine Form zu drücken, damit du machst, was alle machen... Wie kann man denn so wenig Selbstrespekt, so wenig Kritik ausüben, dass man in diesem System bleibt? Meine allerschrecklichste Vorstellung ist es echt Lehrer zu werden. Wie können Menschen ihre 12 oder 13 Jahre in der Schule hinter sich gebracht haben und dann freiwillig in die Universität gehen und das schlimmste, primitivste Fach auswählen, Lehramt in whatever, und dieses Studium auch abschließen um dann zurück in dieses Schulsystem zu gehen???
Selbst wenn man am System etwas ändern möchte, geht das nicht, wenn man dadrin steckt! Damit erreicht man nichts!!!!!
Ich kann leider null Verständnis für diese Menschen aufbringen. Ich zähle meine Jahre, meine Monate, meine Tage bis ich diesen Ort endlich verlassen kann!
Ich hoffe einige von euch konnten mir folgen und vielleicht meine Gedanken diesbezüglich auch nachvollziehen!?
Machts gut!
Ich finde es schwer, diese beiden Sachen, also leben und lachen zu verbinden. Ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch, aber manchmal kommt es mir dumm, oberflächlich vor, oft fröhlich zu sein. So viele Menschen haben ihre Probleme und haben keinen Grund sich zu freuen und wir tun es über solch primitive Dinge.
Seit 3-4 Monaten bin ich einfach oft sehr nachdenklich und kann mich nicht so gut integrieren. Es ist nun mal oft so, dass man unter Menschen ist, die nicht wirklich intellektuell sind, die sich anderen gegenüber verstellen müssen und einfach über oberflächliche Dinge reden. Früher konnte ich mich da ganz gut reinversetzen in die Gedanken derer, aber mittlerweile fällt es mir echt schwer, auch nur Interesse für solche Dinge, wie "Wie sitzt meine Frisur?", "Habt ihr gesehen wie der und der aussieht?" oder so zu heucheln!
Ich habe das Gefühl, - und das tut echt weh, dass jetzt so sagen zu müssen als Teil dieser "Gruppe"- dass die Jugend immer schlimmer wird! Ich hatte früher, als ich in der 7. war, so ein großen Respekt vor den größeren Schülern, den Eltern und den Lehrern. Wenn ich jetzt die Jahrgänge unter mir angucke, wie sie größere Schüler beleidigen, die Lehrer auslachen und die ganze Zeit an ihren dummen Handys rumsitzen und verblödende Spiele spielen, habe ich einfach Angst, wie das in 10-15 Jahren aussehen soll!
Lesen die Kinder dann noch Bücher? Können sie überhaupt lesen und schreiben??
All das gibt es natürlich jetzt schon in meiner Zeit, in meinem Jahrgang... niemand beschäftigt sich mehr mit sich selbst, seinem Inneren und interessiert sich nicht mehr für andere, für deren Probleme und Gefühle. Daher gibt es jetzt auch nichts mehr zu besprechen! Sie haben einfach nichts mehr zu sagen, ich meine, worüber sollten sie denn auch sprechen? Falls sie sich doch mal Gedanken über irgendwelche wesentlichen Dinge machen sollte, kommt das sicher sehr, sehr selten vor und diese Gedanken werden dann schnellstmöglich wieder verdrängt, denn sehr wahrscheinlich, sind es traurige, unschöne Dinge... und warum sollte man sich damit unnötig länger aufhalten?
Ich versuche einfach das beste aus den zwei verbleibenden Jahren meiner Schulzeit zu machen! Ich muss einfach daran denken, (das ist auch ein guter Rat für diejenigen, die nicht wissen womit sie die Zeit überstehen sollen, oder wie sie sich motivieren sollen) wo ich hin will, was ich erreichen will und sehr sehr wichtig... wovon ich weg will!
Dieser tolle tolle Rat kommt von meinem Bruder! Am meisten hilft mir der Teil "Wovon ich WEG will"! Es gibt so einige Dinge und Menschen von denen ich wegwill und das ist eine so antreibende Motivation für mich und ich denke, wenn ihr mal wirklich darüber nachdenkt, findet ihr alle etwas, wovor ihr unbedingt fliehen wollt!
Ihr könnt natürlich auch gerne eigene Motivationen in die Kommentare schreiben, die anderen vielleicht helfen könnten! Ich finde es wichtig, dass wenn man schon in sowas anonymen, wie dem Internet ist, wenigstens die Stärke besitzt, anderen zu helfen.
Bis bald
Heute war ein sogenannter "Berufsberater" bei uns, und hat uns einen kleinen Vortrag über unsere Zukunft gehalten.
Seine einzigen Aussagen waren: "Es gib allein in Deutschland 18.000 Studiengänge", "Ihr werdet nur sehr schwer einen Platz bekommen" und der Höhepunkt war dann die Aussage wir müssten bis zum Ende dieses Schuljahres, also bis zum Ende der 11. Klasse wissen, was wir nach dem, hoffentlich erfolgreich absolvierten, Abitur machen wollen. Also sollen wir mit 16, 17, andere schon mit 15, entscheiden, was wir für den erbärmlichen Rest unseres Lebens tun wollen????
Ich war und bin immer noch von diesem aneinander gereihten Schwachsinn verwirrt und ja, ganz und gar schockiert! Wie kann man einen solchen Menschen vor so junge Leute stellen, wo von sich die meisten noch viel zu sehr beeinflussen lassen, und ihnen erzählen, dass das Leben praktisch jetzt schon vorbei ist, wenn man nicht schnell einen Job mit, selbstverständlich, viel viel Geld in Aussicht hat!
Als dann die Frage kam, wer denn schon wisse, was er nach dem Abi studieren/"werden" (wir sind ja keine Menschen ohne einen Job ;) ) möchte, hat sich ca. die Hälfte meines Tutoriums gemeldet, die andere Hälfte meldete sich auf die Frage "Wer weiß noch nicht was er studieren möchte, aber weiß dass er es tut?" und zum Schluss meldete sich eine Person auf die Frage "Wer möchte nach dem Abi nicht sofort eins dieser Dinge tun"... diese Person war natürlich ich!
Er sah mich total entgeistert an, und fragte was ich denn machen will... ich antwortete mit der halben Wahrheit. Ich wisse nicht was ich dann machen will, aber ich könne mir nicht vorstellen von einem System ins andere überzugehen! "Erst hat man die Schule zu absolvieren, damit man überhaupt die Möglichkeit hat, etwas auszuüben, dass einem wirklich Spaß macht und interessiert und danach soll ich gleich in das nächste System übergehen, Geld verdienen und somit die tolle Wirtschaft Deutschlands ankurbeln?" (Das war jetzt nicht ganz wort-wörtlich, aber es trifft den Kern meiner Aussage). Der sogenannte "Berufsberater" sah mich kurz an, und sagte dann: "Genau, diese Möglichkeit ist die 3., man kann sich ein oder höchstens zwei Jahre frei nehmen, das sind die sogenannten "überbrückungsjahre"."
Hääää? Was für eine dumme überbrückung bitte?? Ich konnte es echt nicht fassen. Das Ziel hier in Deutschland scheint einfach zu sein, alle Menschen einzusperren in ihre Vorstellungen eines perfekten Lebenslaufes!
Punkt 1: Grundschule
Punkt 2: Abitur
Punkt 3: überbrückungsjahr im Ausland, sieht gut aus im Lebenslauf
Punkt 4: Studium
Punkt 5: 1 Job bis man 67 ist
Punkt 6: du arbeitest nicht mehr, kannst also getrost sterben
Gruselig! Das ist das einzige, was ich dazu noch sagen kann! Ich finde es eine große Frechheit, den Schülern eine solche Botschaft zu übermitteln! Vorallem solchen jungen Schülern, von denen wahrscheinlich keiner über die Kritikfähigkeit und das nachdenken über die Dinge, die einem in diesen Vorträgen vermittelt worden sind, im Stande ist!!
Also bitte! Wenn euch jemand unter Druck setzt, euer Leben so zu gestalten, denkt bitte erstmal darüber nach und versucht rauszufinden, ob es auch das ist was ihr wollt! Wenn es das ist, dann ist es eure Entscheidung, es ist euer Leben! Ich möchte nur, dass ihr das nicht vergesst.
Es ist euer Leben, eure Entscheidungen!
Also bis bald.
Jeder kommt mal an den Zeitpunkt, wo es heißt, was mache ich nach den endlos-langen Jahren der Schulzeit?
Ich habe mich das natürlich schon oft durch den Kopf gehen lassen und kann jetzt ganz sicher und mit größtem Stolz sagen "Ich habe keine Ahnung". Na klar, ich weiß hundertprozentig was ich ein-zwei Jahre lang machen will, aber danach?
Ich weiß es nicht! Und das stört mich gerade auch überhaupt nicht. Ich bin einfach froh darüber, mich auf die Zeit nach der Schule freuen zu können. Wie so viele andere bestimmt auch, will ich sofort los nach dem ich mein Zeugnis erhalten habe. Mein größter Wunsch ist es, nach Südostasien zu gehen. Ich will einfach meinen gepackten Rucksack nehmen, allem was ich bisher kennengelernt habe Tschüss sagen und weg gehen! Als erstes will ich wohl nach Vietnam, dann nach Kambodscha und so weiter. Ich will es kennenlernen, selbstständig zu sein, unter Umständen, unter denen man nicht aufgewachsen ist! Ich bin so froh, dass ich die Gedanken daran habe... stellt es euch doch einfach mal vor!
Ihr wart zwölf ganz Jahre eures Lebens in ein zwanghaftes System namens "Schule" eingesperrt und habt nun endlich das, worauf es jedem ankommt. Die Freiheit das zu tun was man will, ohne das man sich das Leben versaut... "Also ohne Abitur rumzulaufen"...
Ihr kommt also aus dem Gebäude, euer Abiturzeugnis in der Hand, mit dem Wissen, ihr müsst hier nie nie wieder zurückkehren... Ihr geht nach Hause, nehmt eure Sachen, verabschiedet euch von allen, und geht... ihr fangt euer alleiniges, selbstständiges freies Leben an. Ihr geht um euch selbst zu finden, euch kennenzulernen!
Ich habe mich mal mit jemandem unterhalten, der sich aufgeregt hat darüber, dass ich meinte, ich möchte während meiner Reise allein sein, ich möchte nicht meine Familie treffen oder meine Freunde, (natürlich werde ich alle sehr sehr vermissen, aber darum geht es irgendwie ja auch) ich meinte, dass ich mich selbst kennenlernen will, und dass das nicht geht, wenn die ganze Zeit meine Familie um mich herum ist. Daraufhin meinte die Person, dass man doch nicht man selbst sei, ohne seine Familie, das ginge doch garnicht.
Ich war sehr schockiert! Wollte diese Person mir damit weis machen, dass man keine Person ist, ohne seine Familie? Ich stellte mir dann all die Menschen vor, die alle verloren haben, sind sie nun kein Mensch mehr? Diese Fragen gab ich der Person dann mit und ging.
Also ich denke, Familie ist sehr sehr wichtig! Aber das heißt nicht, das ihr euch selbst nicht ohne sie entwickeln könnt! Ihr müsst euch die Zeit nehmen euch, euch ganz allein, ohne andere kennenzulernen! Ich hoffe, dass sich jeder irgendwann einmal die Zeit dazu nehmt! Freunde und Familie sind wichtig, aber ihr müsst auch allein sein können und mit euch selbst klarkommen müssen.
Ich freue mich sehr, auf meine Zeit, die Realität, die Reise nach dem Ende eines Systems von Unterdrückung!
Bis bald!
Ich bin Lene. Ich bin 17 Jahre alt, wohne in Berlin, habe einen Bruder und eine Schwester. Ich bin jetzt in der 11. Klasse an einem Gymnasium und freue mich auf die Welt, die Freiheit nach der Schule.
In diesem Blog möchte ich einfach nur meine Gedanken festhalten und die Dinge, die mich interessieren und Erfahrungen die ich machen werde. Manchmal, öfter, werden es wahrscheinlich nur Beiträge sein, in denen ich nur schreibe und nachdenke...
Ich habe das Gefühl, dass die Menschen in meinem Alter über wesentliche Dinge garnicht nachdenken. Dinge, wie: "Wer bin ich überhaupt", "Warum sind so viele Dinge so, wie sie sind", "Warum mache ich das" und "Was mache ich nach der Schule" ..."Was und wie ist die Realität". So viele Menschen leben nur noch vor sich hin. In der Schule machen sie ihre Aufgaben, machen das Abitur, fangen irgendein Studium an, sitzen dann Jahre lang in diesem Job fest, ohne sich je eine der Fragen gestellt zu haben. Sie wissen nicht wer sie sind, und sie würden garnicht erst auf den Gedanken kommen, sich solch eine Frage zu stellen und genau das finde ich so gruselig, so schockierend.
Natürlich, man fragt sich solche Dinge nicht wenn man klein ist, aber spätestens in der Pubertät sollte doch mal der Moment des Selbstzweifels gekommen sein, und ich bin mir sehr sicher, dass jeder einmal diesen Moment erlebt.
Die Frage ist nur, wie man diesen Moment des Selbstzweifelns dann angeht. Denkt man "Ich habe nicht den richtigen Freundeskreis, ich muss mit den coolsten der Schule rumhängen, um dann alles zu machen, was auf Instagram modern und angesagt ist." oder denkt man "Wer bin ich? Warum mach ich das alles mit?"
Ich denke bis vor drei oder vier Jahren, war ich auch jemand der sich nichts gefragt hat, aber mittlerweile ist es das, was mich dauernd beschäftigt.
Mir macht es Angst, so viele ungeklärte Fragen zu haben, und so wenig Menschen zu kennen, mit denen man die vielleicht beantworten könnte,
Ich weiß, dass war jetzt für den Anfang sehr viel und sehr wirr, aber es musste jetzt erstmal so raus und ich werde versuchen in der nächsten Zeit, all diese Gedanken zu ordnen.
Bis zum nächsten Mal!